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Montag Juni 17th 2019

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kino und wahrnehmungsgefängnisse

anlässlich der präsentation seines kino films „tief oben – deep above“ am 17.en juli im schubertkino hat die areaV den regisseur und autor willi hengstler zum interview gebeten.

areaV:
herr hengstler, ihr kinofilm „tief oben“ aus dem jahre 1994 wird anfang juli im schubert kino graz gezeigt. Als filmemacher hat man schon lange nichts mehr von ihnen gehört, was wurde eigentlich aus „tief oben?“
wo wurde er gezeigt und wie waren damals die reaktionen darauf?

hengstler:
auf „peeping tom“ von pressburger/powell hat sich die kritik mit ihrer ablehnung seinerzeit ziemlich arg desavouiert. beispielsweise hat sie vorgeschlagen den film in 1000 stücke zu zerschnipseln. Mittlerweile gilt „peeping tom“ – von scorsese wiederbelebt – als meisterwerk. Ich vermute, die kritiker waren damals von ihrer eigenen luzidität tief beeindruckt.

„tief oben“ beansprucht nicht ein meisterwerk zu sein, aber die wütende ablehnung und ächtung des films durch eine vor wutschäumende kritik war vergleichbar.

in einem interview meinten sie, für die horrorfans war der film zu wenig horror, für die cineasten „zu wenig kunst“. Wie sehen sie heute ihre umsetzung des stoffes?

Nicht so schlecht. Damals wie heute möchte ich nicht für horrorfans oder cineasten arbeiten. Wie im gefängnis lohnt sich komischerweise auch in der kunst die gute führung. Genres a la horror, thriller, arthousekino… das sind erzählformeln, eigentlich wahrnehmungsgefängnisse. Und damals wie heute bekümmert der ausbruch aus dem gefängnis vor allem gefängniswärter und drehbuchdoktoren.

über das thema „zombies im film“ kann man inzwischen ganze bibliotheken  füllen. In den 90ern boomte ja gerade zu der zombie thrill. Was war für sie das entscheidende, diese „zombies“ in ihren film „einzubauen“? sind die zombies überhaupt wichtig für den film?

Anstoß war die außenstelle des KZ Mauthausen in eisenerz. Die zombies waren schon wichtig. Und es laufen ja genug von ihnen herum, wobei die zombies ja nie wissen, dass es sich bei ihnen um zombies handelt.

heutzutage gibt es keine „berührungsängste“ mehr zwischen cineasten- und genre kino. Haben sie vielleicht mit „tief oben“ zu früh neuland betreten?

Spätestens anfang der neunziger drohte sich das selbstverständnis der ästhetisch und politisch „radikalen“ filmbuffs im zuge der immer wichtiger werdenden kulturwissenschaften, der unterhaltungselektronik (videokameras) und der neuen abspielmöglichkeiten (video, dvd) aufzulösen. die „romantische ironie“ von „tief oben“, dieses „als ob“ war doppelt ortlos: weder überwältigungskino noch ästhetik als moral.  Das würde heute lockerer gesehen.

wurde „tief oben“ im fernsehen gezeigt? Wenn ja – wie waren die reaktionen?

„tief oben“ wurde erst ausgestrahlt, als fangruppen an den orf schrieben. Die ausstrahlung fand entsprechend tief in der nacht statt.

arbeiten sie momentan an einem neuen filmprojekt?

Ich bereite eine dokumentation vor, in der an hand von archivmaterial und erinnerungen ausschließlich von autoren, die geschichte der „grazer gruppe“ und der „manuskripte“  gezeigt wird. es ist schon unglaublich, dass  die literarische betriebssamkeit einer provinzstadt am eisernen vorhang so viele überregional bedeutsame, ja sogar weltberühmte schreiber mit ermöglicht.

wie heissen ihre 5 lieblingsfilme?

Das sind immer die letzten fünf, die ich gesehen habe. Aber an die kann ich mich auch nicht mehr erinnern.

stichwort „der österreichische film“ (wenn es ihn überhaupt gibt): ist ihnen da in den letzten jahren eine produktion „bemerkenswert“ aufgefallen?

Von den großen Produktionen jessica hausner „lourdes“ oder die haas-Krimis von murnberger.

arbeiten sie ausschliesslich auf 35mm basis oder drehen sie auch für’s fernsehen? Was halten sie vom medium fernsehen?

Dass totgesagte wie das 35mmformat länger leben, darüber redet der werner herzog, hollywood- und „tief oben“-kameramann peter zeitlinger deutlich und anschaulich in der letzten ausgabe von „kolik“. Und das fernsehen schätze ich über alles, wenn seine wettervorthersage eintrifft oder wenn es seltene spielfilme zeigt.

herr hengstler, die areaV bedankt sich für das gespräch!

zur person:

willi hengstler,

* 3. Januar 1944 in Graz) ist ein steirischer Schriftsteller, Drehbuchautor und Regisseur.

Neben seiner literarischen Arbeit schrieb Hengstler auch Filmkritiken und theoretische Arbeiten zur Filmgeschichte, leitete das Filmreferat des Forum Stadtpark und arbeitete auch als Regisseur („Fegefeuer“, 1988, nach dem Roman von Jack Unterweger; „Tief oben“, 1995; sowie mehrere Dokumentationen). 1978 erschien er neben anderen Autoren in der Anthologie „Ausgeträumt. Zehn Erzählungen.“ im Suhrkamp-Verlag, 1987 veröffentlichte er den Prosaband „Die letzte Premiere. Geschichten“ und 2003 bei Droschl die Novelle „fare“, in der es um die ungewöhnliche Geschichte eines jungen Mannes im modernen Griechenland geht.


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